WMF Lono Wasserkocher im Test: 2400 Watt und Kalkfilter für den Teealltag
Der WMF Lono Wasserkocher fasst 1,6 Liter und arbeitet mit einer Leistung von 2400 Watt. Das Gehäuse ist aus Edelstahl gefertigt, der Sockel trennt sich von der Kanne, sodass sich das Gerät kabellos zum Tisch tragen lässt. Im Ausguss sitzt ein Kalkfilter, der grobe Kalkpartikel beim Eingießen zurückhält.
Bei einem Wasserkocher, der jeden Tag für den Tee läuft, entscheiden wenige Werte darüber, wie gut er sich in den Alltag einfügt: wie schnell er das Wasser bereitstellt, wie schwer er in der Hand liegt, und ob er den Kalk draußen hält, statt ihn mit in die Tasse zu spülen. Genau diese Werte hat WMF zum Lono öffentlich gemacht, und genau diese Werte entscheiden am Frühstückstisch, ob ein Gerät nervt oder einfach funktioniert.
Was auf den ersten Blick nach einem einfachen Küchengerät aussieht, hat für den Teeaufguss durchaus Konsequenzen. Wattzahl, Volumen und die Frage nach Temperaturstufen entscheiden mit darüber, welche Teesorten sich mit dem Gerät bequem zubereiten lassen und wo man selbst nachhelfen muss.
Die Daten im Überblick
| Modell | WMF Lono Wasserkocher Edelstahl 1,6 l |
|---|---|
| Kapazität | 1,6 Liter |
| Leistung | 2400 Watt |
| Gewicht | 2,21 kg |
| Verpackungsmaße (B x H x T) | 27 x 65 x 37 cm |
Werte nach den Angaben von WMF.
1,6 Liter und 2400 Watt: was das für den Teekessel bedeutet
1,6 Liter reichen für etwa sechs bis sieben Tassen, je nachdem, wie groß die Tassen im Haushalt sind. Für eine Person zum Frühstück ist das mehr, als in der Regel gebraucht wird, für zwei bis drei Teetrinker gleichzeitig ist es die passende Größe, ohne zweimal aufkochen zu müssen. Die 2400 Watt Leistung wirken sich direkt auf die Wartezeit aus: Je höher die Leistung, desto schneller erreicht eine gegebene Wassermenge die Siedetemperatur. Bei vollem 1,6-Liter-Volumen macht sich das bemerkbar, wenn morgens mehrere Tassen für die ganze Familie aufgesetzt werden.
Für den Tee selbst ist das vor allem deshalb relevant, weil viele Sorten nicht bei voller Kochtemperatur aufgegossen werden sollen. Grüner und weißer Tee vertragen typischerweise Wasser deutlich unter dem Siedepunkt, während Schwarztee und die meisten Kräutertees kochendes Wasser erwarten. Ein Wasserkocher ohne Temperaturstufen wie der Lono liefert immer die volle Kochtemperatur, das Herunterkühlen auf die richtige Ziehtemperatur muss dann außerhalb des Geräts erfolgen, etwa durch kurzes Abwarten oder Umgießen in eine vorgewärmte Kanne.
Der Kalkfilter: was er tatsächlich zurückhält
Der eingebaute Kalkfilter sitzt im Ausguss und fängt beim Eingießen gröbere Kalkpartikel ab, die sich beim Kochen von hartem Wasser lösen. Er verhindert nicht, dass sich im Kessel selbst Kalk absetzt, das Gerät muss trotzdem regelmäßig entkalkt werden, besonders in Regionen mit hartem Leitungswasser. Was der Filter aber zuverlässig verhindert, ist, dass sich lose Kalkflocken mit in die Tasse ergießen und dort als weißer Belag auf der Teeoberfläche schwimmen.
Für Grüntee und helle Aufgüsse, bei denen jede Trübung sofort auffällt, ist das ein spürbarer Unterschied. Bei kräftigem Schwarztee fällt ein wenig Kalk im Wasser optisch kaum auf, geschmacklich verändert er den Aufguss trotzdem, weil Kalk den pH-Wert des Wassers verschiebt und damit die Extraktion der Gerbstoffe beeinflusst. Ein sauberer Kessel und ein funktionierender Filter sind deshalb kein rein kosmetisches Detail.
Kabelloses Servieren: der Sockel trennt sich vom Kessel
Der Lono arbeitet mit einem klassischen Sockelprinzip: Das Heizelement sitzt in der Basisstation, der Kessel selbst hat keine feste Schnur. Nach dem Aufkochen lässt sich die Kanne abheben und an den Tisch tragen, ohne dass ein Kabel über die Tischkante hängt oder im Weg liegt. Für den täglichen Gebrauch in der Küche ist das vor allem eine Frage der Sicherheit: Ein loses Kabel an einer Kanne voller kochendem Wasser ist eine der häufigeren Ursachen für Verbrühungen in Haushalten mit Kindern oder Haustieren.
Für die Teezubereitung selbst hat das Sockelprinzip noch einen praktischen Nebeneffekt: Der Kessel lässt sich direkt neben die Kanne oder die Tasse stellen, ohne dass die Steckdose in Reichweite sein muss. Wer den Tee im Wohnzimmer statt in der Küche aufgießt, profitiert davon unmittelbar.
2,21 Kilogramm Eigengewicht: was das beim Gießen bedeutet
Ein Wasserkocher aus Edelstahl bringt allein durch das Material mehr Gewicht mit als vergleichbare Kunststoffgeräte. 2,21 Kilogramm sind das Leergewicht, gefüllt mit 1,6 Litern Wasser kommen noch einmal etwa 1,6 Kilogramm hinzu. Wer schwächer in der Hand ist oder den Kessel oft randvoll befüllt, sollte diesen Wert im Kopf behalten, bevor er beim Eingießen in eine schmale Tasse feinmotorisch überfordert wird.
Für die Stabilität auf der Arbeitsplatte ist das höhere Gewicht dagegen ein Vorteil, das Gerät steht ruhiger als sehr leichte Kunststoffvarianten und kippt beim versehentlichen Anstoßen seltener um. Auch das ist bei kochendem Wasser kein rein akademischer Punkt.
Warum Edelstahl statt Kunststoff
Das Gehäuse aus Edelstahl hat gegenüber Kunststoffgehäusen zwei praktische Vorteile: Es nimmt keine Gerüche an, was bei einem Gerät, das ausschließlich mit Wasser in Kontakt kommt, zwar selten ein Problem ist, sich aber bei sehr aromatischen Kräutertees bemerkbar machen kann, wenn Dampf länger im Gehäuse steht. Und es hält mechanischer Beanspruchung besser stand als Kunststoff, der mit den Jahren spröde werden oder Haarrisse bekommen kann. Der Nachteil ist die bereits erwähnte Fingerabdruckanfälligkeit glatter Edelstahloberflächen, die bei täglichem Gebrauch regelmäßiges Nachwischen verlangt, wenn das Gerät makellos aussehen soll.
Die Verpackungsmaße als Hinweis auf den Platzbedarf
27 x 65 x 37 Zentimeter beschreiben die Verpackung, nicht das fertig aufgestellte Gerät, geben aber eine grobe Vorstellung davon, wie viel Platz der Wasserkocher inklusive Sockel auf der Arbeitsplatte beansprucht. In kleinen Küchen mit wenig freier Stellfläche lohnt sich ein Blick auf diesen Wert, bevor das Gerät bestellt wird, vor allem wenn es dauerhaft stehen bleiben und nicht nach jedem Gebrauch weggeräumt werden soll. Ein Gerät, das ständig zwischen Schrank und Arbeitsplatte hin- und herwandert, wird im Alltag seltener benutzt als eines, das seinen festen Platz hat.
Reinigung und Pflege im Alltag
Ein Wasserkocher, der täglich läuft, sammelt schneller Spuren als eines, das nur gelegentlich zum Einsatz kommt. Beim Lono betrifft das vor allem zwei Stellen: die glatte Edelstahlaußenseite, die Fingerabdrücke zeigt, sobald sie angefasst wird, und den Kalkfilter im Ausguss, der sich mit der Zeit selbst mit feinem Kalk zusetzen kann. Der Filter lässt sich herausnehmen und unter fließendem Wasser abspülen, bei starker Verkalkung hilft ein kurzes Bad in verdünntem Essig oder Zitronensäure, bevor er wieder eingesetzt wird. Die Außenseite wischt man am einfachsten mit einem trockenen Mikrofasertuch nach, feuchte Tücher hinterlassen auf poliertem Edelstahl eher Schlieren als sie zu entfernen.
Innen im Kessel selbst braucht es unabhängig vom Filter ein regelmäßiges Entkalken, sobald sich am Boden ein weißer oder grauer Belag zeigt. Wird das versäumt, sinkt nicht nur die Heizleistung spürbar, weil die Kalkschicht wie eine Isolierschicht wirkt, sondern es steigt auch die Menge an Kalk, die trotz Filter ins Wasser gelangt.
Der Unterschied zu einem einfachen Wasserkocher ohne Filter
Die günstigste Kategorie von Wasserkochern verzichtet komplett auf einen Kalkfilter im Ausguss. Für reines Wasserkochen, etwa für Nudeln oder Instantsuppen, macht das kaum einen Unterschied. Beim Tee schon: Wer aus einem ungefilterten Kessel direkt in eine helle Teetasse gießt, sieht bei hartem Leitungswasser regelmäßig feine weiße Flocken auf der Oberfläche schwimmen, besonders bei zartem Grüntee oder weißem Tee, wo die Flüssigkeit selbst kaum Farbe hat und jede Trübung sofort auffällt. Der Aufpreis für den Kalkfilter zahlt sich also nicht bei jedem Heißgetränk gleich aus, sondern am stärksten bei genau den hellen, empfindlichen Teesorten, bei denen ein sauberes Erscheinungsbild Teil des Genusses ist.
Wo er an Grenzen kommt
Dafür
- 2400 Watt Leistung für kurze Wartezeiten
- 1,6 Liter für mehrere Tassen ohne Nachkochen
- Kalkfilter hält grobe Partikel beim Ausgießen zurück
- Kabelloses Servieren durch trennbaren Sockel
- Robustes Edelstahlgehäuse
Dagegen
- Keine einstellbaren Temperaturstufen für grünen oder weißen Tee
- Mit 2,21 kg Leergewicht spürbar schwerer als Kunststoffgeräte
- Kalkfilter ersetzt kein regelmäßiges Entkalken des Kessels
- Keine Warmhaltefunktion für längeres Ziehenlassen
- Edelstahl zeigt Fingerabdrücke deutlicher als matte Oberflächen
Wer regelmäßig grünen oder weißen Tee bei niedrigeren Temperaturen aufgießt, muss beim Lono selbst nachhelfen, sei es durch Abwarten nach dem Kochen oder durch Umgießen in eine vorgewärmte Kanne. Ein Gerät mit eingebauter Temperatursteuerung nimmt diesen Schritt ab, kostet dafür aber auch mehr an Bedienung und in der Regel auch mehr in der Anschaffung. Die fehlende Warmhaltefunktion fällt vor allem dann auf, wenn eine Kanne über längere Zeit ziehen soll und das Wasser zwischendurch abkühlt, bevor der Aufguss überhaupt beginnt.
Auch das Gewicht bleibt ein Kompromiss, den jeder für sich abwägen muss: Ein leichteres Kunststoffgerät lässt sich müheloser mit einer Hand kippen, hält dafür aber auf Dauer weniger aus und wirkt auf der Arbeitsplatte weniger hochwertig. Wer schon einmal einen sehr leichten Wasserkocher besessen hat, der beim Ausgießen leicht zu kippen neigt, weiß den zusätzlichen Stand, den ein schwereres Edelstahlgerät wie der Lono mitbringt, zu schätzen.
Passt er zu deinem Teealltag?
Ja, wenn
- hauptsächlich Schwarztee oder Kräutertee mit kochendem Wasser aufgegossen wird
- regelmäßig mehrere Tassen gleichzeitig gebraucht werden
- ein robustes Edelstahlgerät ohne viel Bedienaufwand gesucht wird
- kabelloses Servieren am Tisch wichtig ist
Nein, wenn
- überwiegend grüner oder weißer Tee mit niedrigeren Temperaturen aufgegossen wird
- eine eingebaute Warmhaltefunktion gewünscht ist
- ein möglichst leichtes Gerät gesucht wird
- nur für eine Tasse auf einmal gekocht werden soll
Für den klassischen Schwarztee-Aufguss am Morgen oder den Kräutertee am Abend ist der Lono ein unkompliziertes Arbeitsgerät, das ohne Menüs oder Einstellungen auskommt: Deckel zu, Knopf drücken, fertig. Wer dagegen häufig zwischen verschiedenen Teesorten mit unterschiedlichen Ziehtemperaturen wechselt, findet mit einem Gerät mit Temperatursteuerung die passendere Lösung, weil sich dort die Zieltemperatur einmal einstellen lässt, statt sie jedes Mal von Hand abzuschätzen. Einen Überblick über Wasserkocher für Tee im Vergleich gibt es auf teegurus.de, dort stehen auch Geräte mit Temperaturstufen und Warmhaltefunktion nebeneinander.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn Temperaturstufen wichtig sind: WMF Kineo Wasserkocher mit Temperatureinstellung
Mit 3000 Watt Leistung und Live-Temperaturanzeige richtet sich der Kineo an alle, die grünen oder weißen Tee bei einer bestimmten Temperatur aufgießen wollen, ohne selbst zu warten oder umzugießen. Der Kalkfilter ist ebenfalls verbaut, das Grundprinzip bleibt also dasselbe, nur um eine Steuerungsebene erweitert.
Die höhere Wattzahl des Kineo verkürzt zusätzlich die Aufheizzeit gegenüber dem Lono, und die Live-Anzeige zeigt während des Erhitzens die aktuelle Temperatur an, sodass sich der Kochvorgang gezielt an der Stelle stoppen lässt, die für die jeweilige Teesorte passt. Für Haushalte, in denen regelmäßig sowohl Schwarz- als auch Grüntee zubereitet wird, ist das der praktischere Kompromiss gegenüber ständigem Nachmessen mit einem separaten Thermometer.
Wenn es kompakter sein darf: WMF Stelio Wasserkocher Edelstahl 1,2 l
Kleiner im Volumen und dadurch leichter in der Hand. Für Ein- bis Zweipersonenhaushalte, die selten die volle 1,6-Liter-Füllung brauchen, eine schlankere Alternative aus derselben Materialwahl, mit demselben Kalk-Wasserfilter-Prinzip wie der Lono.
0,4 Liter weniger Volumen klingen nach wenig, machen sich aber sowohl im Gewicht des gefüllten Kessels als auch im Platzbedarf bemerkbar. Wer regelmäßig nur für sich selbst oder zu zweit Tee kocht, muss beim Stelio seltener eine halbvolle Kanne stehen lassen, weil die kleinere Füllmenge näher am tatsächlichen Bedarf liegt.
Wenn es um eine einzelne Tasse geht: WMF Küchenminis 2in1 Vario Wasserkocher 1,0 l
Mit 1,0 Liter Fassungsvermögen und Temperatureinstellung für Reise, Büro oder den Single-Haushalt gedacht. Die andere Bauform gegenüber dem Lono, kompakter und mit Temperaturstufen statt reiner Kochfunktion, dafür mit geringerer Wattzahl und kleinerem Volumen.
Mit 1900 Watt heizt dieses Gerät langsamer auf als der Lono, was bei der kleineren Füllmenge kaum ins Gewicht fällt. Für den Nachttisch, das Büro oder die kleine Küchenzeile im Gästezimmer ist die kompakte Bauform der eigentliche Vorteil, die Temperatureinstellung macht es zusätzlich für Grüntee-Trinker interessant, die kein zweites, größeres Gerät anschaffen wollen.

